Antwort

838941Für Ihr Kind besteht keine Gefahr, wenn es gesund ist und es in Ihrer Nähe ist und Sie MRSA-Träger sind.

Anmerkungen

MRSA-Träger stellen im Prinzip keine Gefahr für die Familie oder die Mitbewohner dar. Es müssen jedoch folgende hygienische Maßnahmen Zuhause wahrgenommen werden:

  1. Bedecken Sie Wunden und halten Sie nasse Wunden mit sauberem, aussen trockenem Verband bedeckt. Eiter von infizierten Wunden kann MRSA enthalten und es ist darum so wichtig die Wunde bedeckt zu halten und der Verbreitung an Mitbewohner und andere Menschen so gut wie möglich vorzubeugen.
  2. Regelmäßiges Händewaschen: Sie selbst und auch Ihre Mitbewohner müssen regelmäßig, vor allem nach dem Wechseln von Wundverbänden, die Hände mit warmen Wasser und Seife waschen oder Ethanlo-haltiges Desinfektionsmittel verwenden.
  3. Man sollte keine persönlichen Gegenstände teilen, wie beispielsweise ein Handtuch, Waschlappen, Rasierer, Kleidung, die möglicherweise in Kontakt waren mit der infizierten Haut. Textilien müssen heiß gewaschen werden (60 Grad oder mehr) und am besten in einem Trockner getrocknet und nicht auf die Wäscheleine gehängt werden: Trocknen im Wäschetrockner hilft die Bakterien zu töten.
  4. Teilen Sie bei jedem Besuch eines Arztes oder einer Pflegeeinrichtung mit, dass Sie oder ein Mitbewohner MRSA-Träger sind/ist. Dann können die richtigen Maßnahmen vorgenommen werden, um einer Verbreitung vorzubeugen.

Der Deutlichkeit halber nochmal! Für gesunde Menschen ist das Risiko einer MRSA-Infektion sehr gering. Natürlich bleibt, so wie bei allen Infektionen, ein medizinisches Risiko, aber solange die Personen in der nahen Umgebung oder Besucher des MRSA-Trägers, gesund sind, ist es für niemanden schädlich, mit einem MRSA-Träger in einem Raum zu sein. Normaler Kontakt, wie Hände schütteln oder umarmen, ist wie gewohnt, möglich. Nach dem Kontakt sollten alle die Hände waschen und desinfizieren. MRSA ist nicht bei jedem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragbar. Für eine MRSA-Übertragung gilt die Anwesenheit von folgenden Faktoren erforderlich:

  1. Eine ausreichende Anzahl von MRSA auf der Haut des MRSA-Trägers
  2. Direkter und wiederholter Kontakt (Exposition) mit bestimmten Körperoberflächen des MRSA-Trägers
  3. Übertragung von ausreichenden (vielen) MRSA-Bakterienzellenvon den einen auf den anderen Patienten
  4. Die MRSA müssen die Haut/die Schleimhaut erreichen während des Kontaktes
  5. Vermehrung und Beibehaltung derMRSA auf der Haut der Kontaktperson
  6. Anwesenheit von Risikofaktoren bei der Kontaktperson (Antibiotika, Wunden, Katheter, etc.)

Sie sehen, dass die Übertragung von MRSA bei einmaligem Kontakt kaum möglich ist. Das Risiko einer Übertragung steigt bei regelmäßigem und intensiven Kontakt oder wenn aufgrund einer medizinischen Maßnahme eine große Anzahl von MRSA freigesetzt wird, wie beispielsweise beim Absaugen der Lunge. Das aber wirdregelmäßig nur in einem Krankenhaus gemacht und darum sind spezielle Schutzmaßnahmen in einem Krankenhaus notwendig und Zuhause nicht. MRSA kann zwar auch in der Luft oder auf Oberflächen überleben und von da aus auf die Haut eines Menschen gelangen, aber auch hierbei kommt es auf die intensität und Menge an. Häufiger, täglich mehrmaliger Kontakt mit kontaminierten Oberflächen erhöhen das Risiko. Hygienemaßnahmen, wie die Desinfektion wirken dem entgegen. Diese Situation kommt nur in gemeinschaftlichen Einrichtungen (Pflegeheime, Wohn- und Tageszentren für Behinderte, Gefängnisse etc.) vor. Um dem vorzubeugen sind spezielle Desinfektionsmaßnahmen für Oberflächen erforderlich.

ur bei dem so genannten Community acquired MRSA (CA-MRSA) bilden Kinder und Jüngere eine Risikogruppe. Diese Form der MRSA darf nicht mit dem MRSA, den man im Krankenhaus bekommt, verwechselt werden. CA-MRSA wird nicht bei älteren oder kranken Personen gefunden, sondern bei jungen Menschen, die noch nie in einem Krankenhaus gewesen sind. Wenn die oben genannten Richtlinien gut befolgt werden, ist das Risiko für CA-MRSA auch nicht groß.

.