Antwort

Der Betriebsarzt, eventuell nach einem Gespräch mit dem Arzt-Mikrobiologen/Hygieniker, wird Ihnen erzählen, was Sie machen müssen. Wenn für Sie nicht deutlich ist, ob Sie arbeiten dürfen oder nicht, nehmen Sie unverzüglich telefonischen Kontakt mit Ihrem Betriebsarzt auf!

Anmerkungen

Welche Maßnahmen getroffen werden müssen, hängt davon ab, ob Sie eine Hautveränderung gemäß TRBA 250 (Wunde, Ekzem etc.) haben oder nicht. Mitarbeiter mit einer Hautveränderung bekommen schneller eine Kolonisierung mit Staphylokokken und sind schwieriger zu behandeln.

MRSA-positive Mitarbeiter mit Hautveränderungen

  • Wenn bei Ihnen MRSA festgestellt wird und Sie haben eine Hautveränderung gemäß TRBA 250, sollten Sie mit dem Betriebsarzt und Ihrem Vorgesetzen darüber sprechen, ob sie in der Abteilung arbeiten sollten, in der sich die Patienten befinden.
  • An dem Tag, an dem bekannt wird, dass Sie MRSA-positiv sind, sollte ein Screening aus dem Rachen, der Nase, Wunden und anderen Hautveränderungen abgenommen werden.
  • Die Behandlung mit Nasensalbe (Bactroban/Mupirocin) und ggf. antiseptische Seifenwird nach dem Abnehmen der Kulturen am Tag der Kulturresultate direkt gestartet.
  • Nach Einhalten eines Mindesabstands von 3 Tagen werden Kontrollkulturen abgenommen. Sie dürfen in Deutschland nach er ersten Kontrollkultur wieder arbeiten. Weitere Kontrollen folgen. In den Niederlanden dürfen Sie erst wieder arbeiten, wenn alle drei Kontrollkulturen mit einem Abstand von 5 Tagen negativ sind.


In den Niederlanden gilt zudem folgende pragmatische Regelung:

MRSA-positive Mitarbeiter ohne Hautveränderungen

  • Wenn bei Ihnen MRSA festgestellt wurde und Sie keine Hautanomalien haben, dürfen sie zwei Tage (48 Stunden) keine Tätigkeiten in der Abteilung, auf der sich Patienten befinden, verrichten.
  • An dem Tag, an dem bekannt wird, dass Sie MRSA-positiv sind, sollte ein Screening aus dem Rachen, der Nase, Wunden und anderen Hautveränderungen abgenommen werden
  • Die Behandlung mit Nasensalbe (Bactroban/Mupirocin) und ggf. antiseptische Seifenwird nach dem Abnehmen der Kulturen am Tag der Kulturresultate direkt gestartet.
  • Am dritten Tag dürfen Sie wieder in der Abteilung arbeiten (also zwei Tage nach dem positiven Kulturnachweis).
  • Am fünften Tag werden die Kulturnachweise vom ersten Tag bekannt gegeben. Ist einer oder mehr positiv, dürfen Sie nicht mehr arbeiten. Daraufhin werden Kontrollkulturen am 10., 15., und 20. Tag abgenommen. Der Arbeitnehmer darf seine Tätigkeiten erst wieder aufnehmen, wenn alle drei Kontrollkulturen negativ sind.
  • Sind am fünften Tag die Kulturen von Tag eins negativ, dann dürfen die Tätigkeiten weitergeführt werden. Trotzdem müssen am 10., 15., und 20. Tag Kontrollkulturen abgenommen werden. Auch hierbei gilt: ist eine oder mehr positiv, muss erneut ein Arbeitsverbot eingeleitet werden.

In Deutschland besteht die Empfehlung (Robert Koch Institut) für die Mitarbeiter, sich auf jeden Fall noch einmal, drei Monate nach der letzten Kontrollkultur, kontrollieren zu lassen. Weitere Kontrollen können notwendig sein, falls eine Hautveränderung (beispielsweise ein Ekzem) vorhanden ist.

Falls die Behandlung mit Nasensalbe und antiseptischen Seifen noch immer keine Resultate aufweist, müssen die Mitarbeiter zu einem Spezialisten verwiesen werden, der den Einzelfall prüfen kann und ggf. weitere Maßnahmen veranlasst.

Quellen

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