Antwort

10809491Eine generelle Empfehlung zum Screening von Mitarbeitern gibt es nicht. Hier ist ggf. eine Übereinkunft zwischen Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Betriebsarzt, Hygienebeauftragtem Arzt und öffentlichem Gesundheitsdienst zu erzielen. Eine sinnvolle Vorgehensweise bei Personalabstrichen könnte die folgende sein:

  • Bei Nachweis von 2 oder mehr in der molekularen Typisierung identischen MRSA-Patientenisolaten, die in einem möglichen epidemiologischen Zusammenhang stehen, ist ein Screening des (medizinischen) Personals, das unmittelbar Kontakt zu den MRSA-Patienten hatte, vorzunehmen.
  • Der zuständige Krankenhaushygieniker sollte in Absprache mit dem Hygienebeauftragten Arzt der Abteilung und den klinisch tätigen Ärzten über den zu untersuchenden Personenkreis und die durchzuführenden Maßnahmen entscheiden.

Video

[Player]

Anmerkungen

Mitarbeiter sind zunächst nicht gefährdet, sich mit MRSA dauerhaft zu besiedeln. Ihnen fehlen als gesunde Menschen die spezifischen Risikofaktoren für eine MRSA Besiedlung.

Dennoch gibt es Personal mit Risikofaktoren (z.B. Ekzeme) oder auch Risikofaktoren, die bisher nicht bekannt sind. Dies führt dazu, dass sich vereinzelt Personal dauerhaft mit MRSA im Nasenvorhof besiedeln kann und damit zum Überträger wird. Solche Überträger sollten identifiziert und durch einfache Sanierung von MRSA befreit werden. Aus diesem Grund sollten nur Mitarbeiter untersucht werden, wenn zwei oder mehr Patienten mit MRSA identifiziert werden, die denselben genetischen Fingerabdruck (z.B. spa-Typ) aufweisen und die keinen anderen plausiblen Grund für eine Übertragung (z.B. gleiches Zimmer) aufweisen. Liegt keine solche Ausbruchssituation vor, werden Mitarbeiter nicht gescreent. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass ein solches Screening vor allem zufällige „Träger“ identifizieren würde, die MRSA im Rahmen eines Schmierkontaktes kurzfristig auf ihrer Haut/Schleimhaut tragen, ohne dass sich der MRSA gegen die physiologische Hautflora durchsetzt und es zu einer dauerhaften, sanierungsbedürftigen Besiedlung kommt.

Dennoch ist natürlich auch Personal durch die bisher seltenen CA-MRSA gefährdet. Der beste Schutz der Mitarbeiter vor Besiedlung mit MRSA, so auch mit CA-MRSA ist das konsequente Screening der Patienten, um Träger frühzeitig zu identifizieren und dem Personal die Chance zu geben sich vor einer Besiedlung zu schützen.

Quellen

  • Helpdesk Euregio MRSA-net Twente/Münsterland (Tel. 0251-8352317)
  • Copyright video: "MRSA Instruction Video", Schülke & Mayr.

Zum Beispiel

pic-eg-ant-18-1-neuskweek pic-eg-ant-18-0-keelkweek
.