Antwort

Eine generelle Empfehlung zum Screening von Mitarbeitern gibt es nicht. Hier ist ggf. eine Übereinkunft zwischen Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Betriebsarzt, Hygienebeauftragtem Arzt und öffentlichem Gesundheitsdienst zu erzielen.

Unseren Erfahrungen nach ist ein Personalscreening nur dann notwendig, wenn es zu einem gehäuften Nachweis (2 oder mehr) von MRSA in einem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang kommt und die Stämme genotypisch nicht zu unterscheiden sind.

Anmerkungen

Haben die Patienten MRSA mit unterschiedlichen spa-Typen (genetischen Fingerandrücken), dann ist eine Übertragung durch einen dauerhaften MRSA-Träger innerhalb des Personals unwahrscheinlich. In diesem Fall müssen keine Untersuchungen bei Mitarbeitern durchgeführt werden.

Erst bei identischem spa-Typ und Ausschluss anderer Übertragungswege wird die Wahrscheinlichkeit eines Überträgers innerhalb des Personals hoch und damit die Indikation für das Untersuchen von Personal gestellt. Das ist der Grund warum nicht immer beim Auftreten von mehreren MRSA Personal untersucht wird.

Wenn die Untersuchung von Personal nach Auftreten eines MRSA Falls durchgeführt wird, ist es sinnvoll diese Untersuchung mit einigen Tagen zeitlicher Verzögerung durchzuführen. Wird zu Personal zu früh untersucht, kann, eine Übertragung von MRSA vom Patienten auf das Personal nicht sicher ausgeschlossen werden, weil MRSA einige Zeit benötigen, um auf der Haut/Schleimhaut wachsen zu können und eine Keimzahl zu erreichen, die einen Nachweis ermöglicht. Mit einer sofortigen Untersuchung kann jedoch nachgewiesen werden, ob es bereits langfristig besiedelte MRSA Dauerüberträger innerhalb des Personals gibt.

Quellen

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