Antwort

  • Befolgen Sie eine gute persönliche Hygiene.
  • Erwähnen Sie gegenüber jedem Pfleger/Schwester oder Arzt bzw. vor und beim nächsten Krankenhausaufenthalt, dass Sie MRSA-Träger waren. So können Maßnahmen getroffen und eine Sanierungstherapie begonnen werden.

Anmerkungen

Wenn keine Sanierungstherapie begonnen wurde, sollte eine solche über den Hausarzt durchgeführt werden. Es kommt vor, dass von einer MRSA-Infektion genesene Patienten mit noch verbleibender asymptomatischer MRSA-Besiedlung in Nase, Rachen, Wunde oder auf der Haut nach Hause entlassen werden. Ohne die Belastungen und Selektionsbedingungen des Klinikmilieus (z.B. Antibiotikatherapie, invasive Maßnahmen) können sich die MRSA im häuslichen Milieu verlieren. Trotzdem sollte eine Sanierung des Trägerstatus (etwa in Absprache mit dem Hausarzt) durchgeführt werden. Das Ansteckungsrisiko für Angehörige eines solchen MRSA-Trägers ist erfahrungsgemäß gering. Durch Kuss- oder Körperkontakte kann es aber vereinzelt zu einer passageren Kolonisierung eines Familienmitgliedes kommen. 

Achtung bei folgenden Gruppen

Personen mit offenen Wunden oder Hautläsionen

Gefährdet durch eine Infektion sind dabei in der Regel nur Personen mit offenen Wunden oder Hautläsionen, da Staphylokokken pathologisch veränderte Hautoberflächen sehr schnell und über längere Zeit besiedeln können. Hier ist eine Distanzierung von MRSA-Trägern bis zum Ausschluss seines Trägertums mittels Untersuchung von Nasen-, Rachenabstrichen und Wunden geboten.

Personen mit MRSA-besiedelte diabetische Ulcera

Problematisch sind MRSA-besiedelte diabetische Ulcera. Eine Sanierung ist hier meist nicht möglich und ein Mindestprogramm zur Distanzierung zu den häuslichen Kontaktpersonen sollte durchgeführt werden (Verbandswechsel mit Handschuhen, Desinfektion der Hände nach Verbandswechsel, Verbandstoffe und kontaminierte Kleidungsstücke sofort entsorgen bzw. desinfizierend waschen).

Immunsupprimierte Personen

Ein gewisses Risiko durch MRSA besteht auch für stark immunsupprimierte Personen; auch hier ist eine Distanzierung von MRSA-Trägern geboten. Sanierungsversuche mit Mupirocin-Nasensalbe, Rachendesinfizienzien und antiseptischen Bädern von Patienten oder kontaminierten Angehörigen, die selbst in einem stationären Bereich tätig sind, sollten vom Hausarzt veranlasst werden.

Schwangere

Für Schwangere und die Frucht besteht zunächst keine Gefahr, da die Staphylokokken nicht die Placentaschranke passieren. Es empfiehlt sich aber, bei bekanntem MRSA-Trägertum der Schwangeren nach Eintritt des Mutterschutzes Abstriche aus dem Genitalbereich zu entnehmen. In diesem Bereich werden MRSA erfahrungsgemäß selten isoliert. Bei etwaigem Nachweis von MRSA ist eine Sanierung im lokalen Bereich und im Nasen-Rachenraum noch vor der Entbindung ratsam, da es zu Wundinfektionen oder Besiedlung des Neugeborenen kommen könnte. Die Schwangere sollte sich im Zeitraum des Trägertums sorgfältig die Hände desinfizieren.

Quellen