Antwort

Ja, kein Problem! (Solange der Besucher nicht schwer erkrankt ist).

In aller Deutlichkeit, für gesunde Menschen ist das Risiko einer MRSA-Infektion verschwindend gering.

Natürlich, bleibt wie bei allen Infektionen ein medizinisches Restrisiko. So lange Angehörige und Besucher gesund sind, schadet es niemandem mit einem MRSA-Patienten in einem Raum zu sein. Normaler Kontakt, wie Händeschütteln oder Umarmen sind möglich. Nach Kontakt sollten die Hände gewaschen, ggf. desinfiziert werden.

Anmerkungen

Folgende Grundvoraussetzungen sind notwendig für Übertragung von MRSA:

  1. Ausreichende Zahl auf der Haut des MRSA-Trägers,
  2. Direkter und wiederholter Kontakt (Exposition) mit kolonisierten Körperoberflächen des MRSA-Trägers,
  3. Übertragung ausreichend vieler MRSA-Bakterien vom einen zum anderen Patienten,
  4. Erreichen der Haut/Scheimhaut des Kontaktes,
  5. Vermehrung und Durchsetzung auf der Haut der Kontaktperson,
  6. Vorliegen von Risikofaktoren bei der Kontaktperson (Antibiotika, Wunden, Katheter etc.).

Sie sehen, die Übertragung von MRSA ist bei einmaligem Kontakt wenig wahrscheinlich. Kommt es zur Übertragung, dann ist das Risiko dass der/die Besucher/in an MRSA tatsächlich erkrankt sehr gering, weil gesunden Menschen meist die bekannten MRSA Risikofaktoren fehlen. Diese Risikofaktoren ermöglichen es dem MRSA aber erst sich dauerhaft auf der Haut zu etablieren.

Falls Besucher von MRSA positiven Patienten im Krankenhaus selbst Erkrankungen haben, oder einen der folgende Risikofaktoren besitzen, dann sollten sie sich am besten bei dem zuständigen Stationsarzt melden, um zu klären, ob ein Besuch des MRSA positiven Patienten Gefahren in sich birgt. Eine positive MRSA-Anamnese, d.h. einmal MRSA-Träger gewesen zu sein, auch wenn eine erfolgreiche Sanierung durchgeführt worden ist.

  • Kontakt zu einem MRSA-Träger
  • Krankenhausaufenthalt (mehr als 24 h) innerhalb der letzten 6 Monate in einem deutschen Krankenhaus (Ausnahme: Krankenhaus ist bekanntermaßen MRSA-frei)
  • Aufenthalt in einem Alten-/Senioren-/Pflegeheim (mehr als 24 h) innerhalb der letzten 6 Monate (Ausnahme: Einrichtungen sind bekanntermaßen MRSA-frei)
  • Antibiotische Therapie innerhalb der letzten 6 Monate
  • Chronische Pflegebedürftigkeit
  • Katheter (DK, SPDK, PEG etc.)
  • Dialysepflichtigkeit
  • Offene chronische Wunden, tiefe Weichteilinfektionen oder Ulcera (offenes Bein).

Weiter sollen Sie zu Hause die folgende Maßnahmen treffen, wenn Sie selbst MRSA-Träger sind:

  • Befolgen Sie eine gute persönliche Hygiene.
  • Erwähnen Sie gegenüber jedem Pfleger/Schwester oder Arzt bzw. vor und beim nächsten Krankenhausaufenthalt, dass Sie MRSA-Träger waren So können Maßnahmen getroffen und eine Sanierungstherapie begonnen werden.

Quellen

  • Helpdesk Euregio MRSA-net Twente/Münsterland (Tel. 0251-8352317)